{"id":3247,"date":"2019-10-09T23:01:36","date_gmt":"2019-10-09T22:01:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.seglerkameradschaft.de\/?p=3247"},"modified":"2019-10-09T23:01:36","modified_gmt":"2019-10-09T22:01:36","slug":"elbsediment-und-friedrichskoog","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/seglerkameradschaft.de\/?p=3247","title":{"rendered":"Elbsediment und Friedrichskoog"},"content":{"rendered":"<p>Die zunehmende Verschlickung im Cuxhavener Watt hat zu der Vermutung gef\u00fchrt, dass diese Ver\u00e4nderung prim\u00e4r anthropogenen Ursprungs sei und in engem Zusammenhang mit den Unterhaltungsbaggerungen der Elbe stehe, deren Sedimente mit Hopperbaggern im M\u00fcndungsbereich bei Tonne E3 &#8222;aus dem System ausgetragen&#8220; oder am Neuen L\u00fcchtergrund nord\u00f6stlich von Neuwerk verklappt beziehungsweise (h\u00f6flicher formuliert) &#8222;im Strom umgelagert&#8220; werden.<\/p>\n<p>Die Auswahl von Umlagerungsstellen basiert erwartungsgem\u00e4\u00df auf Untersuchungen zu deren Eignung und einem Monitoring <span style=\"display: inline !important; float: none; background-color: #ffffff; color: #444444; cursor: text; font-family: 'Open Sans',Helvetica,Arial,sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; orphans: 2; text-align: left; text-decoration: none; text-indent: 0px; text-transform: none; -webkit-text-stroke-width: 0px; white-space: normal; word-spacing: 0px;\">(etwa <\/span><a href=\"https:\/\/www.kuestendaten.de\/media\/zdm\/portaltideelbe\/Projekte\/StromundSediTideelbe\/Umlagerungsstrategie\/anlagen\/GUeBAK_VS730740_20170509_final.pdf\">hier<\/a><span style=\"display: inline !important; float: none; background-color: #ffffff; color: #444444; cursor: text; font-family: 'Open Sans',Helvetica,Arial,sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; orphans: 2; text-align: left; text-decoration: none; text-indent: 0px; text-transform: none; -webkit-text-stroke-width: 0px; white-space: normal; word-spacing: 0px;\">)<\/span>. Im Idealfall sollen die Sedimente nicht wieder eingetragen werden (Ebbstromdominanz, Verdriftungsprognosen), auch die Baggergutzusammensetzung muss passen. Die dortige Unterwasserwelt (das Sublitoral) soll sich durch das unterzubringende und wom\u00f6glich belastete Material nicht ungeb\u00fchrlich verschlechtern. Nach der Planung wird der Neue L\u00fcchtergrund normalerweise mit selbst\u00e4hnlichem Sediment beschickt, typischerweise aus den Baggerabschnitten Brunsb\u00fcttel und Osteriff. \u00a0<\/p>\n<p>Nun weist d<span style=\"display: inline !important; float: none; background-color: #ffffff; color: #444444; cursor: text; font-family: 'Open Sans',Helvetica,Arial,sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; orphans: 2; text-align: left; text-decoration: none; text-indent: 0px; text-transform: none; -webkit-text-stroke-width: 0px; white-space: normal; word-spacing: 0px;\">ie Elbm\u00fcndung in der Tat eine hohe autonome morphologische Dynamik auf, und dies nicht erst seit Beginn wasserwirtschaftlicher Eingriffe. Sediment ist \u00fcberall in Bewegun<\/span>g &#8211; das zeigt <a href=\"http:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?page_id=1010\">dieser<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?page_id=907\">dieser<\/a> interaktive Flash-Beitrag sehr anschaulich, wie sich etwa Gelbsand und Gro\u00dfer Vogelsand verkleinern. Die Nordwanderung des Systems aus Medemrinne und Medemgrund seit den Neunzigern verlief spektakul\u00e4r. Spitzsand und Kratzsand haben sich im Kontext des Durchbruchs zwischen Medemrinne und Klotzenloch (2008) erheblich vergr\u00f6\u00dfert. Insgesamt betrachtet bewegen hier die Tidenstr\u00f6me das Material, nicht die Hopperbagger.<\/p>\n<p>Die Problematik des Cuxhavener Watts wird in einem anderen Beitrag zu untersuchen sein. Hier geht es um die 2015 erfolgte, bedauernsw\u00fcrdige Schlie\u00dfung des atmosph\u00e4risch interessanten Hafens von Friedrichskoog. Das Sperrwerk ist inzwischen in ein Sch\u00f6pfwerk umgewandelt worden. Die nun funktionslose Wasserfl\u00e4che stellt das bisherige touristische Modell des Ortes sehr eindr\u00fccklich in Frage und macht es f\u00fcr neue Nutzungskonzepte schwer, zu \u00fcberzeugen. Man bem\u00fcht sich auch um eine <a href=\"https:\/\/www.friedrichskoog-auf-neuen-wegen.de\/images\/Konzepte\/190523_BM_FKO_Konzeptprsentation_Trischendamm_-_PR.pdf\">zeitgen\u00f6ssische Aufwertung des Trischendamm-Erlebnisses<\/a> mit Sitzterrassen und indirekter Wegbeleuchtung durch in den Boden eingelassenen LEDs.<\/p>\n<h3>Der Elbsediment als Verursacher der Schlie\u00dfung von Friedrichskoog<\/h3>\n<p>Kern dieses Beitrags sind \u00dcberlegungen zu den Ursachen dieser Hafenschlie\u00dfung. &#8222;<em>Das gr\u00f6\u00dfte Problem kommt aus der Nachbarschaft: Der Stadtstaat Hamburg baggert die Elbe f\u00fcr Containerschiffe aus, kippt den Sand vor Friedrichskoog ins Meer \u2013 und dort fehlt das Geld, den langsam verlandenden Hafen frei zu baggern&#8220;<\/em>, schrieb Die Zeit schon 2010 (<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2010\/45\/Nordseehafen-Friedrichskoog\">https:\/\/www.zeit.de\/2010\/45\/Nordseehafen-Friedrichskoog<\/a>).\u00a0 Es gibt also den Vorwurf, die \u201e<em>zunehmende Versandung des Friedrichskooger Hafens ist u.a. auf die Elbvertiefungen und die Verklappung des Baggerguts aus Hamburg in die Nordsee zur\u00fcck zu f\u00fchren<\/em>\u201c (<a href=\"http:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=6513\">http:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=6513<\/a>). \u201e<em>Es ist nur eine der vielen Auswirkungen aus der Tiefenregulierung der Elbe<\/em>\u201c (<a href=\"http:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=11403\">http:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=11403<\/a>). \u201e<em>Dieser Schlick wird regelm\u00e4\u00dfig in der Aussenelbe, dem \u201cVorgarten\u201d der Friedrichskooger Hafenzufahrt verklappt und sedimentiert auch \u00fcber das \u201cNeufahrwasser\u201d in den Friedrichskooger Hafenpriel<\/em>\u201c (<a href=\"http:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=3165\">http:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=3165<\/a>). \u201e<em>Die j\u00e4hrlichen Baggerkosten f\u00fcr den von extremer, urs\u00e4chlich auf die letzte Elbvertiefung zur\u00fcckzuf\u00fchrende, Verschlickung betroffenen Hafen in H\u00f6he von rund 350.000 Euro p.a. wollte die Landesregierung nicht mehr tragen<\/em>\u201c (<a href=\"http:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=10019\">http:\/\/www.hamburg-fuer-die-elbe.de\/?p=10019<\/a>).<\/p>\n<h3>Die Gegenthese: Ung\u00fcnstige Voraussetzungen<\/h3>\n<p>Andererseits: Auch wenn Feinsediment mobil ist, so ist das Watt vor dem s\u00fcdlichen Dithmarschen von dem Umlagerungsgebiet des Neuen L\u00fcchtergrunds sehr weit entfernt, die Verdriftungsanalysen und Residualstr\u00f6me geben einen Zusammenhang nicht ohne weiteres her. Die unterstellte Kausalit\u00e4t zwischen Elbsediment-Umlagerung und Hafenschlie\u00dfung ist nur behauptet: Es gibt keine brauchbare Indizienkette,\u00a0 empirische Belege werden nicht angef\u00fchrt; es handelt sich wohl eher um populistische Einlassungen.<\/p>\n<p>Mit etwas \u00dcberblick zu der Entstehungsgeschichte dieser K\u00fcste kommt man zu anderen Schlussfolgerungen. Und die Schlie\u00dfung des Hafens wurde bereits 2010 von der Landesregierung beschlossen, \u00fcber sie wurde schon seit Jahrzehnten spekuliert.<span style=\"background-color: #ffffff;\"> D<span style=\"display: inline !important; float: none; background-color: #ffffff; color: #444444; cursor: text; font-family: 'Open Sans',Helvetica,Arial,sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; orphans: 2; text-align: left; text-decoration: none; text-indent: 0px; text-transform: none; -webkit-text-stroke-width: 0px; white-space: normal; word-spacing: 0px;\">ie Gegenthese dieses Beitrags lautet daher: <span style=\"background-color: transparent;\">D<\/span><\/span><\/span>ie Problematik der Hafens Friedrichskoog liegt in seiner eigenen Genese vor rund achtzig Jahren (oder beginnt noch davor).<\/p>\n<h3>Die Herleitung<\/h3>\n<p>Der &#8222;Friedrichskoog&#8220; wurde 1854 eingedeicht. Der Kern war urspr\u00fcnglich der Dieksand, eine Art Hallig am S\u00fcdrand der Meldorfer Bucht, noch sichtbar in dieser <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:JBAM_074b.JPG\">historischen Karte von 1660<\/a>; sp\u00e4tere Quellen zeigen Dieksand als eine Ansammlung von Prielen durchzogener Inseln (etwa <a href=\"https:\/\/izw.baw.de\/die-kueste\/0\/k040106.pdf\">hier<\/a>,\u00a0 S.112ff). Die Gew\u00e4sser vor der K\u00fcste des s\u00fcdlichen Dithmarschens an der Elbm\u00fcndung sind seit jeher eher flach und neigen \u2013 im Gegensatz zur nordfriesischen K\u00fcste \u2013 zur Sedimentation, was es daher in der Vergangenheit erm\u00f6glichte, (Vor-) Landgewinnung durch Lahnungsbau zu betreiben. S\u00fcdlich der Eider ist kontinuierlich Land hinzugekommen, dies zeigt die Geschichte der K\u00f6ge bzw. der Eindeichungsma\u00dfnahmen, die sich in dieser <a href=\"http:\/\/www.kuestenarchaeologie.de\/files\/upload\/bilder\/forschung\/dithmarschen\/10_Dithmarschen_Koege.jpg\">Grafik<\/a> aus der <a href=\"http:\/\/www.kuestenarchaeologie.de\/forschung\/meeresspiegelanstieg-und-kuestenlinien.html\">k\u00fcstenarch\u00e4ologischen Forschung<\/a> nachvollziehen l\u00e4sst. \u00a0<\/p>\n<p>Die aus der Zeit der Reichsgr\u00fcndung datierenden Seekarte in Abbildung 1 belegt, dass tiefe Priele (oder gar ein Elbarm) entlang der K\u00fcste fehlen. Man beachte den Sand &#8222;Das Hohe Ufer&#8220; westlich Friedrichskoogs. Wenig sp\u00e4ter <span style=\"display: inline !important; float: none; background-color: #ffffff; color: #444444; cursor: text; font-family: 'Open Sans',Helvetica,Arial,sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; orphans: 2; text-align: left; text-decoration: none; text-indent: 0px; text-transform: none; -webkit-text-stroke-width: 0px; white-space: normal; word-spacing: 0px;\">kam die Eindeichung des <\/span>Kaiser-Wilhelm-Koogs mit den beiden Maxqueller-Halbinseln im S\u00fcdwesten dazu.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.gramberg.biz\/dl\/SKCN\/2019_6\/IMG_20190923_111103_Full.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.gramberg.biz\/dl\/SKCN\/2019_6\/IMG_20190923_111103.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><strong>Abbildung 1<\/strong><br \/>(Quelle: Foto eines Ausschnitts aus dem Nachdruck der historischen Seekarte des Bundesamtes f\u00fcr Seeschifffahrt und Hydrographie, \u201eDie M\u00fcndungen der Jade, Weser &amp; Elbe\u201c von 1878)<\/p>\n<p>Anfang des 20. Jahrhunderts professionalisierte sich die Landgewinnung. 1925 kam der Neufelderkoog im S\u00fcden hinzu. Die folgende Abbildung 2 zeigt (mit den umfangreichen Lahnungen auch vor Friedrichskoog) den Stand der Dinge 1935, als der Dieksander Koog (gr\u00fcn) als \u201eAdolf-Hitler-Koog\u201c zur Eindeichung ansteht. Dabei wird auch erneut das am Franzosensand vorbeif\u00fchrende Krautloch durchschnitten, welches das Gebiet des zuk\u00fcnftigen Kooges ent- und bew\u00e4ssert. Mit der Abd\u00e4mmung dieses Priels wird die hydraulische Situation in der Umgebung Friedrichskoogs nicht gest\u00e4rkt werden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.gramberg.biz\/dl\/SKCN\/2019_6\/IMG_20190830_162944_Full.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.gramberg.biz\/dl\/SKCN\/2019_6\/IMG_20190830_162944.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><strong>Abbildung 2<\/strong><br \/><span style=\"display: inline !important; float: none; background-color: #ffffff; color: #444444; cursor: text; font-family: 'Open Sans',Helvetica,Arial,sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; orphans: 2; text-align: left; text-decoration: none; text-indent: 0px; text-transform: none; -webkit-text-stroke-width: 0px; white-space: normal; word-spacing: 0px;\">(Quelle: <\/span>Foto aus der Au\u00dfenbereich der Ausstellung zum \u201eHistorischen Lernort Neulandhalle\u201c in Friedrichskoog, siehe auch <a href=\"https:\/\/lernort-neulandhalle.de\/ausstellung-gemeinschaft-m15-vs\/#slide3\">https:\/\/lernort-neulandhalle.de\/ausstellung-gemeinschaft-m15-vs\/#slide3<\/a>.)<\/p>\n<p>Zitat zur Genese des Hafens: &#8222;<em>Der erste Fischer lie\u00df sich hier im Jahre 1883 nieder. In den folgenden Jahren kamen weitere dazu und bis 1913 waren bereits zehn Fischer hier ans\u00e4ssig geworden. Eine weitere Entwicklung der Fischerei wurde zun\u00e4chst durch das Fehlen eines leistungsf\u00e4higen Hafens verhindert. Erst 1916 richtete die Dom\u00e4nenverwaltung vor der Entw\u00e4sserungsschleuse des Friedrichskooges einen eigenen Liegeplatz f\u00fcr die heimischen Fischkutter ein.<\/em><br \/><em>Im Jahre 1935 wurde die Dieksander Bucht eingedeicht. Der neue Deich wurde bis zur Spitze des Friedrichskooges verl\u00e4ngert und durchkreuzte den Friedrichskooger Priel in einer Entfernung von etwa einem Kilometer. An der Kreuzung von Deich und Priel entstand eine Hochwasserschutzschleuse. Damit wurden die alte Entw\u00e4sserungsschleuse zur Binnenschleuse und der einstige Au\u00dfenhafen zum Binnenhafen, der auch Schutz vor Sturmfluten bot. Zu dieser Zeit bestand die Friedrichskooger Fischereiflotte aus 56 Kuttern im Eigentum selbst\u00e4ndiger Fischer.<\/em>&#8220; (Quelle: Fischerblatt 8\/2012, S.14, <a href=\"https:\/\/www.deutscher-fischerei-verband.de\/downloads\/HR-05-Friedrichskoog_Aug12.pdf\">https:\/\/www.deutscher-fischerei-verband.de\/downloads\/HR-05-Friedrichskoog_Aug12.pdf<\/a>)<\/p>\n<p>Die folgende Abbildung 3 aus einem Sportboot-T\u00f6rnf\u00fchrer zeigt die Fahrwasserverh\u00e4ltnisse in den fr\u00fchen Siebzigern mit dem Wattenhoch vor Trischendamm und dem auch damals schon zur Ebbzeit trockenfallenden Krabbenloch als Zufahrt nach Friedrichskoog. Der Trischendamm ist ein 1934 errichtetes 2,2 km langes Strombauwerk bei Friedrichskoog-Spitze. Anlass zu seinem Bau war die Bedrohung des schar liegenden Seedeichs durch den zu diesem Zeitpunkt bis zu 12m tiefen Altfelder Priel. Dieser wurde durchd\u00e4mmt und hat sich in dieser Karte l\u00e4ngst zur\u00fcckgebildet.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.gramberg.biz\/dl\/SKCN\/2019_6\/WattfahrwasserFrKoog_Full.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.gramberg.biz\/dl\/SKCN\/2019_6\/WattfahrwasserFrKoog.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><strong>Abbildung 3<\/strong><br \/>(Quelle: Karlheinz Neumann, Die Nordseek\u00fcste, Teil 1 &#8211; Elbe bis Sylt, 2. Auflage 1974, S.205).<\/p>\n<p>Zusammenfassend: Friedrichskoog ist kein nat\u00fcrlicher Hafenstandort, sondern eine k\u00fcnstlich entstandene Infrastruktur aus j\u00fcngerer Zeit. Dagegen ist nichts zu sagen, aber der Hafen ist einerseits ohne tiefen k\u00fcstennahen Priel in einer zur Sedimentation neigenden Ecke des Wattenmeers entstanden und ihm fehlen andererseits die Hinterland-Ressourcen zur Aufrechthaltung einer Hafenzufahrt. Der Koog besitzt kein m\u00e4chtiges Siel mit Entw\u00e4sserungsbedarf oder ein k\u00fcnstliches Speicherbecken, welches mit regelm\u00e4\u00dfiger Sp\u00fclung die Aufrechterhaltung einer Au\u00dfenrinne unterst\u00fctzen k\u00f6nnte. Vielmehr f\u00fchrte der Hafenpriel auch noch zwei Kilometer durch das Vorland, in dem aktive Landgewinnung betrieben wurde. Ein Blick in <a href=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/Friedrichskoog\/@53.9935314,8.834016,3977m\/data=!3m1!1e3!4m5!3m4!1s0x47b3f60041cdb8dd:0x497e37cda6f45556!8m2!3d54.0139191!4d8.8976692\">Google Maps<\/a> zeigt die umfangreichen Sp\u00fclfeld-Fl\u00e4chen im Deichvorland, die der Saugbagger im Laufe der Jahre mit Material aus der Au\u00dfenrinne beschickt hat.<\/p>\n<p>Zitat aus einem T\u00f6rnf\u00fchrer aus den Neunzigern \u00fcber Friedrichskoog: &#8222;<em>Auch der Hafen ist zu dieser Zeit gebaut worden; ob die Lage ideal gew\u00e4hlt war, darf bezweifelt werden. Denn an dieser Ecke des Wattenmeers finden enorme Anlandungen statt. Der Hafen, auch der Priel, unterliegen einer so starken Verschlickung, dass regelm\u00e4\u00dfig gebaggert werden muss. Die Kosten sind exorbitant, so da\u00df von einem wirtschaftlichen Betrieb des Hafens keine Rede mehr sein kann. Es gibt denn auch immer wieder \u00dcberlegungen, ihn ganz aufzugeben, was aber f\u00fcr die strukturschwache Westk\u00fcste ein schwerer Schlag w\u00e4re.<\/em>&#8220; (Quelle: <span style=\"display: inline !important; float: none; background-color: #ffffff; color: #444444; cursor: text; font-family: 'Open Sans',Helvetica,Arial,sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; orphans: 2; text-align: left; text-decoration: none; text-indent: 0px; text-transform: none; -webkit-text-stroke-width: 0px; white-space: normal; word-spacing: 0px;\">Jan Werner: Nordseek\u00fcste 2 \u2013 Elbe bis Sylt, 2. Auflage 1997, S.146)<\/span><\/p>\n<p>Festzuhalten bleibt, dass die Fahrwasserunterhaltung der Elbe nicht alle Ver\u00e4nderungen erkl\u00e4rt, die im \u00c4stuar stattfinden. Die Hafenschlie\u00dfung bleibt dennoch beklagenswert. Aus der Sicht derjenigen, die am Erbe historischer K\u00fcstenschifffahrt interessiert sind und dazugeh\u00f6rige <span style=\"display: inline !important; float: none; background-color: #ffffff; color: #444444; cursor: text; font-family: 'Open Sans',Helvetica,Arial,sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; orphans: 2; text-align: left; text-decoration: none; text-indent: 0px; text-transform: none; -webkit-text-stroke-width: 0px; white-space: normal; word-spacing: 0px;\">Ortsbilder sch\u00fctzen m\u00f6chten, greift die prim\u00e4re Orientierung des Landes an einer rentablen Hafenbewirtschaftung etwas kurz. <\/span><\/p>\n<p>Aber ist eben auch ein Lehrbuchbeispiel f\u00fcr geringe Nachhaltigkeit von Hafengr\u00fcndungen am falschen Standort (und erinnert damit an den Nothafen Dar\u00dfer Ort). So kamen dann auch die Verantwortlichen zu der Erkenntnis: \u201e&#8220;<em>Es bringt nichts, gegen die nat\u00fcrlichen Begebenheiten anzusubventionieren&#8220;, erg\u00e4nzte Umweltminister Robert Habeck (Gr\u00fcne)<\/em>&#8220; (Quelle: <a href=\"https:\/\/www.shz.de\/6033276\">https:\/\/www.shz.de\/6033276<\/a>).<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die zunehmende Verschlickung im Cuxhavener Watt hat zu der Vermutung gef\u00fchrt, dass diese Ver\u00e4nderung prim\u00e4r anthropogenen Ursprungs sei und in engem Zusammenhang mit den Unterhaltungsbaggerungen der Elbe stehe, deren Sedimente mit Hopperbaggern im M\u00fcndungsbereich bei Tonne E3 &#8222;aus dem System ausgetragen&#8220; oder am Neuen L\u00fcchtergrund nord\u00f6stlich von Neuwerk verklappt beziehungsweise (h\u00f6flicher formuliert) &#8222;im Strom umgelagert&#8220; [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[11,12],"class_list":["post-3247","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-fahrrinnenanpassung","tag-friedrichskoog"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/seglerkameradschaft.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3247","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/seglerkameradschaft.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/seglerkameradschaft.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/seglerkameradschaft.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/seglerkameradschaft.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3247"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/seglerkameradschaft.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3247\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/seglerkameradschaft.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3247"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/seglerkameradschaft.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3247"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/seglerkameradschaft.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3247"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}